Ayllu-Fest
Nachbarschafts- & Familienfestival11. und 12. September 2026
Ayllu ist ein Begriff aus den Anden und beschreibt ein Verständnis von Gemeinschaft, das über die Kernfamilie hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen Verbundenheit, gegenseitige Verantwortung sowie das Teilen von Wissen, Ressourcen und Fürsorge zwischen Menschen, Gemeinschaft und Lebensraum.
Das Ayllu-Fest versteht Kultur als einen Raum, in dem Zugehörigkeit, Wissen und Gemeinschaft gemeinsam ausgehandelt werden. Es hinterfragt dominante Erzählungen und Hierarchien, macht unterschiedliche Wissensformen sichtbar und stärkt solidarische Beziehungen. Kulturelle Teilhabe wird dabei als gemeinsamer Prozess verstanden, in dem vielfältige Erfahrungen und Perspektiven unsere Gesellschaft mitgestalten. Das Ayllu-Fest fand am 11. und 12. September 2026 in Berlin-Schöneberg statt.
Pressemitteilung: Hier
Rückblick auf das Ayllu-Fest 2026
Unser Dank gilt allen Mitwirkenden, Partner*innen und Besucher*innen, Workshopgeber*innen, Helfer*innen und Unterstützer*innen – und natürlich allen, die das Ayllu-Fest mitgestaltet und mit uns gefeiert haben.
AYLLU lebt durch Gemeinschaft.
Tag 1: 11.September 2026
Mit einem vielfältigen Programm aus Gesprächen, Musik, Performance und peruanischer Küche ist das Ayllu-Fest gestartet. Der erste Tag brachte Künstler*innen, Kulturschaffende und Besucher*innen zusammen und schuf Raum für Austausch, neue Verbindungen und gemeinsames Feiern.
Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Ressourcen, Kulturmanagement und solidarische Zusammenarbeit. Savanna Fortgang und Anastasia Zagorni, moderiert von Gabriela Paredes Siml, diskutierten über Möglichkeiten und Herausforderungen kultureller Arbeit. Thais Vera Utrilla eröffnete mit ihrem Impulsvortrag neue Perspektiven auf Kulturarbeit in Zeiten knapper Ressourcen. An den anschließenden Praxistischen wurde gemeinsam weitergedacht und diskutiert.
Für die kulinarische Begleitung sorgten Victor Mendivil Trelles und das TONOPA-Team mit peruanischen Spezialitäten. Die Musiker David Sandoval und Juan Mendoza begleiteten den Abend musikalisch.
Mit Musik und Performance von Tumberlin wurde anschließend getanzt und gefeiert. Papo Yoplack ließ den ersten Festivaltag mit Musik aus seiner Plattensammlung ausklingen.
Ein gelungener Auftakt, der Austausch, kulturelle Perspektiven und gemeinsames Feiern miteinander verbunden hat.
Tag 2: 12. September 2026
Der zweite Festivaltag am 12. September stand ganz im Zeichen von Begegnung, Kreativität und gemeinschaftlichem Erleben. Mit Workshops und Mitmachstationen, Kinderprogramm, Geschichten, Performance und Musik war für unterschiedliche Generationen etwas dabei.
Bei „Schmetterlinge in den Garten holen“ mit Mercedes Ciccale und Leonard Wordtmann wurde gemeinsam gestaltet und entdeckt. Club Solete lud mit der interaktiven Sprachstation „Sprachblume“ zum spielerischen Umgang mit Sprache ein und brachte bei einer bilingualen Lesung mit Musik kleine und große Zuhörer*innen zusammen.
Bewegung und Kreativität standen bei „Biodanza für Familien“ mit Camila Larotta sowie beim kreativen Schreiben mit Alicia Morán im Mittelpunkt. Tortuga Storytelling und Quena Tapia nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Geschichtenerzählung. Das interdisziplinäre lateinamerikanische Tanzkollektiv Luz y Color begeisterte uns mit einer Darbietung traditioneller Tänze von der peruanischen Küste. Marinera und Tondero erfüllten die Bühne mit Rhythmus, Bewegung und Tradition und eröffneten damit die künstlerischen Bühnenaufführungen.
Am Nachmittag und Abend wurde es musikalisch: Nach der Performance „Todo en la vida es Ayni“ von Ibalú Alba und Camila Larotta lud Palo Santo zu einer Bullerengue-Runde ein. Tumbaito Berlin brachte anschließend Live-Musik auf die Bühne, bevor Daniel Aristidez und Kiri von Casalocasa das Fest mit einem DJ-Set ausklingen ließen.
Ein Tag voller gemeinsamer Erfahrungen, Musik, Bewegung und Begegnungen.
Programm 11. September
16.00 - 18:00 Uhr - Workshop “Jetzt gestalten: Ressourcen und Kulturmanagement für junge Kulturschaffende” (Anmeldung erforderlich: Hier ) mit Anastasia Zagorni & Savana Fortgang
18:30 - Eröffnung des Ayllu-Fests mit Gabriela Paredes Siml
18:45–19:00 Uhr – Impulsvortrag: Kulturarbeit in Zeiten knapper Ressourcen mit Thais Vera Utrilla
19:00–19:45 Uhr – Praxis-Tische: Erfahrungen teilen
19:45–20:45 Uhr – Ayllu-Tafel: gemeinsames Essen als Begegnungsraum mit Victor & TONOPA
20:45–21:00 Uhr – Mini-Lab: Von der Idee zur Umsetzung
21:00–22:00 Uhr – Abschluss des ersten Tages mit Live-Musik und Performance von Tumberlin
Moderation: Gabriela Paredes Siml
Programm 12. September
13:00 - 16:00 Uhr Workshops / Offene Mitmachstationen
14:00 - 16:00 “Schmetterlinge in den Garten holen” mit Mercedes Ciccale y Leonard Wordtmann von Amor de Polen
14:00 - 16:00 “Die Sprachblume: Mitmach-Sprachstation für die ganze Familie” mit Club Solete
15:00 - 16:00 “Biodanza für Familien” mit Camila La Rotta
16:00 - 17:00 “Escritura en el Barrio / im Kiez schreiben" mit Alicia Morán von Pasajero del Muro
16:00–17:00 Uhr – Kinderprogramm: Bilinguale interaktive Lesung mit Musik mit Club Solete
17:00–18:00 Uhr – Musikalische Geschichtserzählung mit Johanna Wollin und Quena Tapia
18:00–19:00 Uhr – Bulleruenge Runde & Performance “Alles Ayni im Leben” mit Ibalu Alba und Camila La Rotta
19:00–20:30 Uhr – Live Musik mit Tumbaito
20:30-22:00 Uhr - Abschlussfest & DJ-Set mit Aristidez & Kiri von Casalocasa
Moderation: Andrea Aranda & Ruben Gonzales
Über die Workshops
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Über die Workshops 〰️
“Jetzt gestalten: Ressourcen und Kulturmanagement für junge Kulturschaffende”
Workshop mit jungen Künstler*innen, Kulturmanager*innen und Kulturvermittler*innen, die daran interessiert sind, berufliche Perspektiven in den Bereichen Kunst und Kultur mit einem glokalen – also globalen und lokalen – sowie nachhaltigen Ansatz zu entwickeln. Im Fokus stehen Kulturmanagement, Organisation, berufliche Orientierung sowie ein solidarischer Umgang mit Ressourcen in Zeiten gesellschaftlicher Krisen.
Wann: 11. September, 16:00-18:00
Anmeldung erforderlich:
“Schmetterlinge in den Garten holen”
In diesem Workshop lernen wir mehr über die Schmetterlinge Berlins und die heimischen Pflanzen, die sie während ihres gesamten Lebenszyklus benötigen – von der Raupe bis zum erwachsenen Schmetterling. Wir erfahren, wie wir mit einfachen Mitteln Balkone, Gärten und andere kleine Grünflächen schmetterlings- und bestäuberfreundlicher gestalten können. Dabei lernen wir durch Beobachtung, Theorie, Spiele und kreative Aktivitäten und finden gemeinsam heraus, was Schmetterlinge wirklich brauchen. Wir säen gemeinsam heimische Pflanzensamen aus, die ihr anschließend mit nach Hause nehmen und selbst pflanzen könnt. Der Workshop richtet sich an alle, die mehr über Schmetterlinge und naturnahe Gärten lernen möchten. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Sprache: Der Kurs wird hauptsächlich auf Deutsch gehalten, kann aber bei Bedarf ins Englische und Spanische übersetzt werden.
Wann: 12. September, 14:00-16:00
“Biodanza für Familien”
Biodanza is a participatory practice that uses intuitive dance and movement exercises to encourage people to connect more deeply with their bodies, emotions, and with one another. The project creates a safe and inclusive space where people from diverse backgrounds can meet and share experiences beyond the boundaries of language, culture, and individual differences. Through movement, music, and shared experiences, participants are encouraged to develop trust, empathy, mutual understanding, and a stronger sense of belonging. Biodanza offers an accessible way to foster interpersonal connection and emotional well-being. By creating opportunities for people to experience themselves and others in a supportive environment, the project contributes to social inclusion, community building, and social cohesion. At its heart, the project is about creating connections: with ourselves, with others, and with the community around us.
Wann: 12. September, 15:00-16:00
Über die Künstler*innen
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Über die Künstler*innen 〰️
Tumbaíto
Der Sound von Tumbaito entsteht aus der Kraft der Percussion und den verschiedenen Einflüssen, die die lateinamerikanische Musik prägen – immer mit einer klaren Idee: Musik pa’l bailador zu machen. Son Cubano, klassische Salsa, Latin Jazz und der andine Geist treffen aufeinander in einem Sound, der die Tradition respektiert und gleichzeitig neue Wege erkundet. Das Ergebnis ist ein Projekt mit tiefen Wurzeln und einer eigenen Art, diese Rhythmen zu leben. Explosiv, glühend und mitreißend.
https://linktr.ee/tumbaito_berlin - Soundcloud, Youtube
https://www.instagram.com/tumbaito_berlin
Aristidez & Kiri
Co-fundadores de la fiesta Casalocasa en Lima, Perú que desde el 2012 consiguió llevar a Perú múltiples artistas de la escena electrónica alternativa. Ambos se caracterizan por tener una colección de música latinoamericana ecléctica y especial, lista para la pista de baile.
Club Solete
Der Club Soleteunterstützt Familien dabei, ihre Minderheitensprachen zu fördern – mit einem umfangreichen Programm an Kursen und Aktivitäten, bei denen Sprache und Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt stehen.
Instagram: @clubsolete
Alicia Morán
Alicia Morán is a poet, cultural manager, and creative writing workshop facilitator who founded Pasajero del Muro in 2018, an initiative that brings Berlin’s Spanish-speaking community together through poetry.
Her workshops focus on awakening personal memories and deep desires, preserving collective memory, and combating loneliness through shared words.
Instagram: @aliciavandeti @pasajerodelmuro
Ibalú Alba
Ibalú Alba is a Bolivian contemporary artist based in Berlin working in performance, video, and installation. Her work explores migration, grief, memory, and exile through an anticolonial, third-world-feminist lens. Using a rich visual language wherein nostalgia, radical tenderness, and rituality often intermingle, her work invites the viewer to coinhabit an exilic space latent with personal and collective transformation.
Instagram: ibalualba Website: ibalu.org
Thais Vera Utrilla
Thais Vera Utrillaist Gründerin und Geschäftsführerin des FZM* e. V. sowie Geschäftsführerin des VIA Bundesverbands. Als Autorin feministischer Projekte verbindet sie dekoloniale Ansätze, Kunst und politische Bildung, um transformative Räume für Partizipation und Empowerment zu schaffen.
Websites: fzm-berlin.com; via-bund.de.
Instagram: @thaisverautrilla, @fzm_berlin, @via.bund
Palo Santo
Palo Santo is a Colombian Caribbean coast music band based in Berlin. They capture the vibrant musical essence of the region, blending traditional instruments — alegre, tambora, maracas, gaita, and vocals — with electric bass and piano.
PALO SANTO brings the energy of Barranquilla's Carnival, the heat of Vallenato, and the deep roots of Cumbia, Puya, Mapalé, Bullerengue, and Afro-Colombian rhythms to the stages of Berlin and beyond.
Andrea Aranda
Andrea Aranda ist Kunsthistorikerin, Kulturvermittlerin und Kuratorin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Stadtgeschichte und kultureller Erinnerung. In ihrer Arbeit verbindet sie Forschung, Museumspädagogik und kuratorische Projekte mit partizipativen Formaten, um die Stadt, ihre Architektur und ihre Geschichten aus einer sozialen Perspektive erfahrbar zu machen.